Interview mit Peter Barkowsky: Das Internet der Maschinen

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Für unseren Gesellschafter die Gundlach Holding stand symmedia Geschäftsführer Peter Barkowsky Rede und Antwort rund um das Thema „Das Internet der Maschinen“. Das ganze Interview finden Sie nun hier!

Sehr geehrter Herr Barkowsky, wie muss man sich das Geschäftsfeld der symmedia GmbH vorstellen?
Die meisten unserer Kunden sind Maschinenhersteller, die mithilfe unserer Software die Möglichkeit nutzen, für Ihre Kunden und Maschinen in der ganzen Welt einen bedarfsgerechten Service zu bieten – ganz so, als sei der Kunde nur gerade um die Ecke. Wir nennen es das Internet der Maschinen.

Wie muss man sich diese Softwarelösung vorstellen, was leistet sie?

Stellen Sie sich vor, ein mittelständischer Maschinenhersteller liefert jedes Jahr 100 Maschinen in 50 verschiedene Länder. Moderne, komplexe Maschinen, die viel Geld kosten. In den meisten Ländern sind die Mitarbeiter, die die Maschinen bedienen sollen, nicht so gut ausgebildet wie die in Deutschland. Es gibt auch keine Infrastruktur mit Ersatzteillagern und kompetenten Maschinentechnikern. Das führt oft dazu, dass die teure Maschine nicht das bringt, wofür sie gekauft wurde. Weil der Maschinenhersteller sich nicht überall eine Niederlassung mit kompetenten Technikern leisten kann, ist es ihm unmöglich, den Kunden optimal zu betreuen. Das kann dazu führen, dass der Kunde beim nächsten Mal vielleicht eine einfachere Maschine z. B. aus China kaufen wird. Das Problem haben wir gelöst: Unsere Software bringt den Technikexperten virtuell an die Maschine. Der Maschinenhersteller kann so auf weit entfernten Märkten erfolgreich sein und zudem das lukrative Servicegeschäft ankurbeln.

Hat das auch etwas mit dem derzeit sehr aktuellen Stichwort Industrie 4.0 zu tun?
Die Vernetzung der Maschinen, die mit unserer Software gemacht wird, ist nicht nur für den Maschinenhersteller interessant. Ein aktuelles Beispiel: Ein großer Pharmahersteller hat die Vernetzungslösung für einige Maschinen von seinen Maschinenlieferanten – das sind unsere Kunden – erhalten. Jetzt möchte er, dass nicht nur diese Maschinen, sondern auch alle anderen vernetzt werden. Dann könnte er seine Instandhaltung in all seinen Produktionswerken viel effizienter machen. Mit den Daten aus dem Maschinennetzwerk kann er außerdem seine Produktion besser steuern.

Ist das auch bei Gundlach der Fall?

Gundlach ist ständig unterwegs, um effizienter zu werden, z. B. in der Produktion. Stellen Sie sich vor, die Maschinen würden sich direkt miteinander absprechen, um den Produktionsprozess zu verbessern. Hören wir doch mal rein: Druckmaschine 1: Du, Druckmaschine 2, mir geht es gerade nicht so gut, ich würde meine Leistung gerne auf 60% reduzieren, sonst geht gleich was kaputt. Kannst Du Deine Leistung hochfahren? Druckmaschine 2: Klar, das mache ich. Ich sage gerade der Papierzuführung und der zentralen Ölversorgung Bescheid, dann kann es losgehen.

Das ist doch Quatsch oder?

Das ist ein Industrie 4.0 Szenario. Durch die Vernetzung bekommt die Produktionssteuerung Zugriff auf spannende Informationen. Und wird mit Sicherheit Produktivitätsverbesserungen und Energieeinsparungen erzielen können. Das untersuchen wir gerade gemeinsam mit Gundlach.

Gleichzeitig ist Ihre Software auch im Bereich von Digital Signage gefragt.

Grundsätzlich sind wir Spezialisten für die sichere Vernetzung von technischen Dingen über das Internet. Eine Einzelhandelsfiliale oder ein Digital Signage Bildschirm sind aus dieser Sicht wie eine Maschine. Für Gundlach war es wichtig, eine eigene technische Lösung für Digital Signage zu haben. Da sie Miteigentümer von symmedia sind, haben sie uns gefragt, ob symmedia die für Digital Signage notwendigen Funktionen zu der Vernetzungslösung hinzuentwickeln kann. Heute haben wir eine Lösung auf Augenhöhe mit den marktführenden Digital Signage Softwarepaketen.

Wie sieht die Kundenstruktur Ihres Unternehmens aus, wo finden Sie Ihre Kunden und wo sind diese angesiedelt?

Unsere Kunden sind meist mittlere und große Maschinenhersteller. Sie kommen jeden Tag mehrfach mit Produkten in Berührung, die mit Maschinen produziert wurden, die über unsere Software symmedia SP/1 betreut und optimiert werden: Bücher, Medikamente, Fernseher, Autos, Zigaretten, Spielzeug, Brötchen, Geldscheine, Möbel, Kreditkarten, Fußböden, Dessous und Textilien allgemein und so vieles mehr. In fast allen Maschinenbaubranchen arbeiten wir für die Marktführer oder den zweiten im Markt. Große Automobilhersteller gehören ebenfalls zu unseren Kunden. Unsere Software läuft auf Produktionsanlagen in ungefähr 90 Ländern, durchschnittlich 5.000 km weit von Bielefeld entfernt.

Das klingt so, als seien Sie gut gerüstet für die Zukunft.
In den letzten fünf Jahren haben wir unseren Umsatz verdreifacht. Aber auf Zukunftsaussagen sind wir leider nicht spezialisiert.

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