Wie Produktionsunternehmen ihre Serviceprozesse digitalisieren

Trends, Use Cases

Aus der Ferne warten und dabei hohe Datensicherheit gewährleisten – Produktionsunternehmen haben strenge Vorgaben, wenn es um den externen Zugriff auf ihre Anlagen geht. Immer mehr produzierende Unternehmen setzen auf die IT-Lösung symmedia SP/1, mit der Maschinen gewartet und überwacht werden. Die einzige vom Audi Konzern autorisierte und zertifizierte Software bietet über symmedia SP/1 Remote Service eine sichere und schnelle Verbindung zu den Anlagen. Maschinenbetreiber und externe Spezialisten kommunizieren werksübergreifend miteinander, um die Anlagen zu warten und Störungen zu beheben. Mit symmedia SP/1 Monitoring lassen sich zudem alle angebundenen Maschinen gleichzeitig überwachen. Mittlerweile sind neben Audi-internen Spezialisten auch rund 50 Zulieferer in das zertifizierte System integriert.

Wie viele andere Automobilhersteller auch baut Audi seine Fahrzeuge in Linienfertigung. An zahlreichen Stationen nacheinander führen Mitarbeiter oder Roboter einzelne Arbeitsschritte aus, Einzelteile werden zu Teilkomponenten verbunden und diese dann zur Karosse zusammengefügt. Obwohl die Autoproduktion präzise geplant und gesteuert wird, bleiben Störungen nicht aus. Von Zeit zu Zeit müssen Wartungen vorgenommen werden. Im Audi-Werkzeugbau ist das firmeneigene Fernwartungsportal daher von großer Bedeutung, um vorausschauende Wartung zu ermöglichen und damit Produktionsstillstände zu verhindern. symmedia liefert dafür seit 2008 die Infrastruktur zur Digitalisierung von Produktionsprozessen - symmedia SP/1. Seitdem sorgt diese für einheitliche, digitale Standards in allen Werken. Dabei nutzt der Autohersteller Fernwartung nicht nur im Karosseriebau. Auch Presswerk, Lackiererei und Montage sind an das Portal angeschlossen. symmedia bietet regelmäßig Schulungen für die SP/1-Anwender an, um bei allen Fragen zum Einsatz von symmedia SP/1 umfassend zu unterstützen.

Die Produktion verändert sich

Früher erfolgten Service und Wartung als Produktionsbegleitung. Mitarbeiter bedienten die Maschinen, mussten dafür ständig verfügbar sein und entsprechende Fachkenntnis besitzen. Doch führte die zunehmende Komplexität der Anlagen dazu, dass Anlagenbetreiber zur Fehlerbehebung auf das Expertenwissen der Technologielieferanten angewiesen waren. „Die Aufgabenstellung der Instandhaltung bei produzierenden Unternehmen hat sich verändert“, erklärt Bernd Bertram, Director Market Organization von symmedia. „War früher ein direkter Bezug zur Technologie unumgänglich, erbringt die Instandhaltung heute vermehrt Ingenieursleistungen und ist als Vermittler tätig.“ Fernwartung ermöglicht Servicetechnikern einen schnellen und virtuellen Zugriff auf Anlagen, allerdings sind die vielen Einzellösungen bei der Anbindung mehrerer externer Fachfirmen problematisch. So wird es immer schwieriger, unterschiedliche Technologielieferanten zu koordinieren sowie Datensicherheit und Zugriffskontrolle zu gewährleisten. symmedia SP/1 macht Einzellösungen überflüssig und realisiert eine personenbezogene Zugriffskontrolle. Audi nutzt heute den Remote Service und damit einen sicheren Online-Zugriff auf Maschinen und Anlagen sowie das Monitoring zur Überwachung.

Digitale Serviceprozesse

Audi bewertete die Konzepte unterschiedlicher Systemhersteller, um den idealen Partner für die digitale Umsetzung der Fernwartung auszuwählen. Die Herausforderung für die Serviceanbieter lag darin, die strengen IT-Vorgaben und Anforderungen von Audi hinsichtlich Datensicherheit und automatisierter Prozesssteuerung zu erfüllen. symmedia hielt sich an alle Richtlinien sowie IT-Auflagen und bot die beste Lösung. symmedia SP/1 ist die einzige Software, die für die Maschinenkomponenten im ganzen Werk zertifiziert ist. Die Fernwartungsportale externer Zulieferer ließen sich dagegen nicht mit den Audi-internen Vorgaben vereinbaren. Die Fernwartung über symmedia erfolgt nach einem festgelegten Ablauf. Wenn der Anlagenbetreiber eine Störung erkennt, fordert er Unterstützung an. Der Server ermittelt den externen Spezialisten und sendet einen Service Request. Daraufhin meldet sich der Service-Techniker mit einem SecurID-Token an und wird in Sekundenschnelle auf die Anlage zurück verbunden. Dabei ist nur ein begrenzter Teilbereich freigegeben, von dem der Service Request ausging. Im Unterschied zu einer herkömmlichen VPN-Verbindung bleiben alle anderen Ports geschlossen. Der Techniker hat Zugriff auf die Anlage vor Ort und kann aktiv eingreifen, Daten transferieren oder die Steuerung programmieren. Nachdem alle Arbeiten durchgeführt sind, erhält der Techniker die Aufforderung, einen Report über die durchgeführten Tätigkeiten zu erstellen. Dieser wird in der Anlagenakte archiviert. Nach der Abmeldung ist die Fernwartung beendet.

Maschinen überwachen und präventiv warten

Die Software symmedia SP/1 gewährleistet einen sicheren und schnellen Zugriff auf Maschinen. Über den klassischen Remote Service hinaus bietet symmedia SP/1 Monitoring zusätzliche Möglichkeiten, um Anlagenbetreiber effizient bei der Instandhaltung ihrer Maschinen zu unterstützen. Durch die Erfassung von Maschinendaten und durch intelligente Berechnungen lassen sich beispielsweise Rückschlüsse auf den aktuellen Wartungszustand der Anlagen oder Bedienfehler ziehen. Die Auswertung vorhandener Daten führt darüber hinaus zur Entwicklung neuer, bedarfsgerechter Lösungen: Künftig soll auch eine präventive Wartung von Anlagen und Maschinen aus der Ferne möglich sein.

Maximale Maschinenverfügbarkeit

Ziel der Digitalisierung der Produktion ist es, die Instandhaltung und die Prozessketten virtueller aufzubauen, die Abläufe zu verbessern und insgesamt mehr Automatisierung in die Fertigung zu bringen. Die Vernetzung der Anlagen nimmt dabei einen zentralen Stellenwert ein. symmedia SP/1 bildet den Instandhaltungsprozess digital ab und ermöglicht es, Daten aus den Anlagen auszulesen, zu filtern und zu kombinieren. Informationen sind bereits am Site Control an der Maschine abrufbar, wobei nur signifikante Werte der Datenflut entnommen werden. Die Software ist leicht zu bedienen und der Service ist jederzeit abrufbar. Entweder initiiert der Anlagenbetreiber die Fernwartung manuell oder die Anlage informiert automatisch, wenn vorher festgelegte Grenzwerte überschritten werden. Die jederzeit aktuellen Informationen über den Wartungszustand der Maschinen und die frühzeitige Planung von Instandhaltungsaufgaben ermöglichen dem produzierenden Unternehmen, die Maschinenverfügbarkeit auf sichere Art und Weise zu maximieren. Es erfolgt eine Reduzierung von Ausfallzeiten und damit eine Vermeidung von ungeplanten Produktionsstillständen.

Zertifizierung und erweiterter Support

Um die Sicherheit der Daten kontinuierlich zu gewährleisten, erfolgt eine ständige Überprüfung und Bewertung der Fernwartungslösung symmedia SP/1. Alle zwei Jahre wird die Software vom TÜViT auf die Sicherheit überprüft und es findet eine neue Zertifizierung statt. Durch den Einsatz von symmedia SP/1 als standardisiertes Instandhaltungstool profitieren Produktionsunternehmen von höchster Sicherheit im Umgang mit sensiblen Daten und der Einbindung vieler externer Komponentenlieferanten. Dabei dient das symmedia SP/1 Conference Center zur digitalen Kommunikation und bietet multimediale Unterstützung. Im Störungsfall werden Logfiles oder Bilder der Anlage ausgetauscht, um den Fehler schnellstmöglich zu beheben. Künftig rückt diese visuelle Unterstützung der Instandhaltung stärker in den Fokus. Innerhalb des symmedia SP/1 Conference Centers im Bereich Remote Service erhält die Instandhaltung damit einen erweiterten Support, beispielsweise durch den Einsatz der Datenbrille symmedia SP/1 Glasses.

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